Liste der Friedensnobelpreisträger

Liste der Friedensnobelpreisträger

 

Jahr Preisträger Land Bereich
1901
Henry Dunant Schweiz Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz
Frédéric Passy Frankreich Gründer der „Französischen Gesellschaft der Friedensfreunde“ („Internationale Friedensliga“)
1902 Élie Ducommun Schweiz Leiter des Berner Internationalen Ständigen Friedensbüros der „Interparlamentarischen Union für internationale Schiedsgerichtbarkeit“
Charles Albert Gobat Schweiz Leiter des Zentralbüros der „Interparlamentarischen Union für internationale Schiedsgerichtbarkeit“
1903 William Randal Cremer Vereinigtes Königreich Gründer der „Interparlamentarischen Union für internationale Schiedsgerichtbarkeit“
1904 Institut de Droit international Belgien Wirken des Instituts für die Weiterentwicklung desinternationalen Rechts
1905 Bertha von Suttner Kaisertum Österreich Ihr Lebenswerk, unter anderem der Roman Die Waffen nieder!, regte Nobel vermutlich zur Stiftung des Friedensnobelpreises an
1906 Theodore Roosevelt Vereinigte Staaten vermittelte beim Friedensvertrag zwischen Russland und Japan 1905
1907 Ernesto Teodoro Moneta Italien Präsident der Lombardischen Friedensliga
Louis Renault Frankreich spielte eine herausragende Rolle bei verschiedenen internationalen Kongressen, insbesondere den Haager Friedenskonferenzenund den Tagungen der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht
1908 Klas Pontus Arnoldson Schweden Gründer der Schwedischen Friedens- und Schiedsliga
Fredrik Bajer Dänemark Ehrenpräsident des Ständigen Internationalen Friedensbüros
1909 Auguste Beernaert Belgien Mitglied des Internationalen Schiedsgerichtshofsin Den Haag
Paul Henri d’Estournelles de Constant Frankreich Gründer und Präsident der Französischen Parlamentarischen Gruppe für freiwillige Schiedsgerichtsbarkeit und Gründer des Komitees für die Verteidigung nationaler Interessen und internationaler Versöhnung
1910 Bureau International Permanent de la Paix Schweiz Ständiges Internationales Friedensbüro
1911 Tobias Asser Niederlande Organisator der Internationalen Konferenz für Privatrecht in Den Haag
Alfred Hermann Fried Kaisertum Österreich Gründer der Zeitschrift „Die Waffen nieder“ (später umbenannt in „Die Friedens-Warte“)
1912
(verliehen 1913)
Elihu Root Vereinigte Staaten Autor verschiedener Schiedsverträge
1913 Henri La Fontaine Belgien Präsident des Ständigen Internationalen Friedensbüros
1914 bis 1916 nicht verliehen
1917 Internationales Komitee vom Roten Kreuz
(gegründet 1863)
Schweiz setzte sich für Kriegsgefangene und Verwundete ein sowie die Respektierung der Genfer Konvention während des Ersten Weltkrieges
1918 nicht verliehen
1919
(verliehen 1920)
Woodrow Wilson Vereinigte Staaten Vermittlungsbemühungen zur Beendigung des Ersten Weltkriegs. Gab den Anstoß zur Gründung des Völkerbunds
1920 Léon Bourgeois Frankreich Präsident des Rates des Völkerbundes
1921 Hjalmar Branting  Schweden Schwedischer Delegierter im Rat des Völkerbundes
Christian Lous Lange  Norwegen Generalsekretär der Interparlamentarischen Union
1922 Fridtjof Nansen  Norwegen Erfinder des Nansen-Passes für Flüchtlinge
1923 bis 1924 nicht verliehen
1925 Austen Chamberlain  Vereinigtes Königreich Verhandlungspartner des Vertrages von Locarno
(verliehen 1926) Charles Gates Dawes  Vereinigte Staaten Begründer des Dawes-Plans
1926 Aristide Briand  Frankreich Mitinitiator vom Vertrag von Locarno und Dawes-Plan
Gustav Stresemann  Deutschland Verhandlungspartner des Vertrages von Locarno
1927 Ferdinand Buisson  Frankreich Gründer und Präsident der „Ligue des Droits de l’Homme“
Ludwig Quidde  Deutschland Linksliberaler Historiker und Politiker. Von 1914 bis 1929 Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft(DFG); Organisator verschiedener internationaler Friedenskonferenzen
1928 nicht verliehen
1929 Frank Billings Kellogg  Vereinigte Staaten Verhandlungspartner des Briand-Kellogg-Pakts (verliehen 1930)
1930 Nathan Söderblom  Schweden setzte sich in der Ökumene ein
1931 Jane Addams  Vereinigte Staaten Präsidentin der Women’s International League for Peace and Freedom
Nicholas Murray Butler  Vereinigte Staaten setzte sich für den Briand-Kellogg-Pakt ein
1932 nicht verliehen
1933 Norman Angell  Vereinigtes Königreich Mitglied der Exekutivkommission des Völkerbunds und des Nationalen Friedensrats (verliehen 1934)
1934 Arthur Henderson  Vereinigtes Königreich Vorsitzender der Konferenz zur Entwaffnung des Völkerbundes (1932–1934)
1935 Carl von Ossietzky  Deutschland Pazifist und Journalist (das Deutsche Reich verbietet daraufhin seinen Staatsbürgern die Annahme des Preises – verliehen 1936)
1936 Carlos Saavedra Lamas  Argentinien Präsident der Völkerbundversammlung und Vermittler im Konflikt zwischen Paraguay und Bolivien (1935)
1937 Robert Cecil, 1. Viscount Cecil of Chelwood  Vereinigtes Königreich Gründer und Präsident der Internationalen Friedenskampagne
1938 Office international Nansen pour les réfugiés Sitz in Genf,  Schweiz Internationales Nansen-Amt für Flüchtlinge
1939 bis 1943 nicht verliehen
1944 Internationales Komitee vom Roten Kreuz  Schweiz setzte sich für Kriegsgefangene und verwundete Soldaten ein sowie für die Insassen der deutschen Konzentrationslager und für die Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges (verliehen 1945)
1945 Cordell Hull  Vereinigte Staaten Mitgründer der Vereinten Nationen
1946 Emily Greene Balch  Vereinigte Staaten Präsidentin der „Women’s International League for Peace and Freedom“
John Raleigh Mott  Vereinigte Staaten Vorsitzender des „International Missionary Council“ und Präsident der „World Alliance of Young Men’s Christian Associations“ (YMCA), sowie Gründungsgeneralsekretär des Christlichen Weltstudentenbundes (WSCF)
1947 The Friends Service Council  Vereinigtes Königreich Die beiden Quäkerorganisationen wurden stellvertretend für die Hilfstätigkeit der Quäker ausgezeichnet.
American Friends Service Committee  Vereinigte Staaten
1948 nicht verliehen
1949 John Boyd Orr  Vereinigtes Königreich Organisator und Direktor der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (General Food and Agricultural Organization), Präsident des Nationalen Friedensrats (National Peace Council) und der Weltunion der Friedensorganisationen (World Union of Peace Organizations)
1950 Ralph Bunche  Vereinigte Staaten Vermittler im Nahostkonflikt (1948)
1951 Léon Jouhaux  Frankreich Gewerkschafter
1952 Albert Schweitzer  Frankreich Gründer des Tropenkrankenhauses in Lambaréné, Französisch-Äquatorialafrika (heute Gabun)(verliehen 1953)
1953 George C. Marshall
1954 United Nations High Commissioner for Refugees Sitz in Genf,  Schweiz Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (verliehen 1955)
1955 bis 1956 nicht verliehen
1957 Lester Pearson  Kanada ehemaliger kanadischer Außenminister und Präsident der Vollversammlung der Vereinten Nationen
1958 Georges Pire  Belgien Leiter der Flüchtlingshilfsorganisation „L’Europe du Coeur au Service du Monde“
1959 Philip Noel-Baker  Vereinigtes Königreich Einsatz für internationalen Frieden
1960 Albert John Luthuli  Südafrika Präsident der südafrikanischen Befreiungsbewegung African National Congress (ANC) (verliehen 1961)
1961 (postum) Dag Hammarskjöld  Schweden Generalsekretär der Vereinten Nationen
1962 Linus Carl Pauling  Vereinigte Staaten setzte sich für die Beendigung von Atomwaffentests ein (verliehen 1963)
1963 Internationales Komitee vom Roten Kreuz Sitz in Genf,  Schweiz engagierte sich im Krieg für Verwundete und Kriegsgefangene sowie für die Verbreitung der Genfer Konventionen
Liga der Rotkreuz-Gesellschaften Sitz in Genf,  Schweiz Flüchtlingshilfe in Friedenszeiten und für die Opfer von Naturkatastrophen
1964 Martin Luther King  Vereinigte Staaten Verfechter der Rechte Schwarzer in den USA und weltweit
1965 Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) Sitz in New York, Vereinigte Staaten Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen
1966 bis 1967 nicht verliehen
1968 René Cassin  Frankreich Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte
1969 Internationale Arbeitsorganisation (IAO, gegründet 1919) Sitz in Genf,  Schweiz Erfolgreiche Arbeit für bessere Arbeitsbedingungen seit 1919
1970 Norman Borlaug  Vereinigte Staaten Arbeit zur Verbesserung der Landwirtschaft
1971 Willy Brandt  BR Deutschland setzte sich für Frieden mit dem Ostblock und Versöhnung mit ehemals vom Dritten Reich besetzten Ländern ein
1972 nicht verliehen
1973 Henry Kissinger  Vereinigte Staaten handelten das Friedensabkommen von 1973 in Vietnam aus
Lê Đức Thọ nahm den Preis nicht an
Lê Đức Thọ  Vietnam
1974 Seán MacBride  Irland Präsident des Internationalen Friedensbüros (International Peace Bureau, Genf), Präsident der UN-Kommission für Namibia
Eisaku Satō  Japan ehemaliger japanischer Ministerpräsident, für den Einsatz gegen die Weiterverbreitung von Atomwaffen
1975 Andrei Dmitrijewitsch Sacharow  Sowjetunion Menschenrechtler in der UdSSR
1976 Betty Williams  Vereinigtes Königreich Gründerinnen des „Northern Ireland Peace Movement“ (verliehen 1977)
Mairead Corrigan  Vereinigtes Königreich
1977 Amnesty International  Vereinigtes Königreich setzte sich für politische Häftlinge ein
1978 Anwar as-Sadat  Ägypten brachten den Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel auf den Weg
Menachem Begin  Israel
1979 Mutter Teresa  Indien[9] Gründerin des Ordens Missionarinnen der Nächstenliebe
1980 Adolfo Pérez Esquivel  Argentinien Menschenrechtler
1981 United Nations High Commissioner for Refugees Sitz in Genf,  Schweiz Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen
1982 Alva Myrdal  Schweden Diplomatin und Delegierte der UN-Abrüstungskonferenzen
Alfonso García Robles  Mexiko Ständiger Vertreter bei den Genfer Abrüstungsverhandlungen, Mitglied der UNO-Sonderkonferenz über Abrüstung
1983 Lech Wałęsa  Polen Gründer der polnischen Gewerkschaft und Menschenrechtsbewegung Solidarność („Solidarität“)
1984 Desmond Tutu  Südafrika trug zur Beendigung der Apartheid in Südafrika bei
1985 International Physicians for the Prevention of Nuclear War(IPPNW) Sitz in Somerville,  Vereinigte Staaten Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges
1986 Elie Wiesel  Vereinigte Staaten US-amerikanischer Schriftsteller, Holocaust-Überlebender, kämpfte gegen Unterdrückung, Gewalt und Rassismus
1987 Óscar Arias Sánchez (* 1940)  Costa Rica „für seine Arbeit für den Frieden in Zentralamerika, Bemühungen, die zu dem Abkommen führten, das am 7. August des Jahres in Guatemala unterzeichnet wurde“
1988 Friedenstruppen der Vereinten Nationen Sitz in New York,  Vereinigte Staaten Friedenseinsätze im Auftrag der Vereinten Nationen in Krisengebieten (weltweit)
1989 Tenzin Gyatso (14. Dalai Lama)  Tibet setzt sich für ein demilitarisiertes Tibet und die Selbstbestimmung der Tibeter ein[11]
1990 Michail Gorbatschow  Sowjetunion „für seine führende Rolle in dem Friedensprozess, der heute wichtige Teile der internationalen Gemeinschaft charakterisiert“
1991 Aung San Suu Kyi  Myanmar „für ihren Einsatz für die Menschenrechte“
1992 Rigoberta Menchú  Guatemala „für ihren Einsatz für die Menschenrechte insbesondere von Ureinwohnern“
1993 Nelson Mandela  Südafrika „für ihren Beitrag zur Beendigung der Apartheid in Südafrika“
Frederik Willem de Klerk  Südafrika
1994 Jassir Arafat  Palästinensische Autonomiegebiete Anstrengungen zur Lösung des Nahostkonflikts
Schimon Peres  Israel
Jitzchak Rabin  Israel
1995 Józef Rotblat  Vereinigtes Königreich „für ihre Anstrengungen, die Rolle von Atomwaffen in der internationalen Politik zu verringern“
Pugwash Conferences on Science and World Affairs  Kanada
1996 Carlos Filipe Ximenes Belo  Osttimor „für ihre Anstrengungen, eine friedliche Lösung im Osttimor-Konflikt zu finden“
José Ramos-Horta  Osttimor
1997 Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen Sitz in Genf,  Schweiz „für ihre Anstrengungen, gegen Personen gerichtete Minen international zu ächten“
Jody Williams  Vereinigte Staaten
1998 John Hume  Vereinigtes Königreich „für ihre Anstrengungen, eine friedliche Lösung im Nordirlandkonflikt zu finden“
David Trimble  Vereinigtes Königreich
1999 Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières) Sitz in Genf,  Schweiz „in Anerkennung ihrer humanitären Pionierarbeit auf mehreren Kontinenten“
2000 Kim Dae-jung  Südkorea „für seine Beiträge zur Verständigung Südkoreas mit Nordkorea“
2001 Vereinte Nationen Sitz in New York,  Vereinigte Staaten „für ihren Einsatz für eine besser organisierte und friedlichere Welt“
Kofi Annan  Ghana
2002 Jimmy Carter  Vereinigte Staaten „für seine jahrelangen Beiträge zur Lösung internationaler Konflikte sowie zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten“
2003 Schirin Ebadi  Iran „für ihren Einsatz für Demokratie und die Menschenrechte“
2004 Wangari Maathai  Kenia „für ihren Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, Demokratie und Frieden“
2005 Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) Sitz in Wien,  Österreich „für ihren Einsatz gegen den militärischen Missbrauch von Atomenergie sowie für die sichere Nutzung der Atomenergie für zivile Zwecke“
Mohammed el-Baradei  Ägypten
2006 Muhammad Yunus  Bangladesch „für die Förderung wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung von unten“
Grameen Bank  Bangladesch
2007 Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, gegründet 1988) Sitz in Genf,  Schweiz „für ihre Bemühungen, ein besseres Verständnis für die von Menschen verursachten Klimaveränderungen zu entwickeln und zu verbreiten, und dafür, dass sie die Grundlagen für Maßnahmen gegen den Klimawandel gelegt haben“
Al Gore  Vereinigte Staaten
2008 Martti Ahtisaari  Finnland „für seine wichtigen Bemühungen, auf verschiedenen Kontinenten und über drei Jahrzehnte internationale Konflikte zu lösen“
2009 Barack Obama  Vereinigte Staaten „für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken“
2010 Liu Xiaobo  Volksrepublik China „für seinen langen und gewaltfreien Kampf für die grundlegenden Menschenrechte in China“
2011 Ellen Johnson Sirleaf (* 1938)  Liberia „für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für das Recht der Frauen, sich in vollem Umfang an friedensschaffender Arbeit zu beteiligen“
Leymah Gbowee  Liberia
Tawakkol Karman  Jemen
2012 Europäische Union Sitz in Brüssel,  Belgien „für über sechs Jahrzehnte, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beitrugen“
2013 Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) Sitz in Den Haag,  Niederlande „für ihre umfänglichen Bemühungen zur Beseitigung chemischer Waffen“
2014 Kailash Satyarthi (* 1954)  Indien „für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung“
Malala Yousafzai  Pakistan
2015 Quartet du dialogue national  Tunesien „für seinen entscheidenden Beitrag zum Aufbau einer pluralistischen Demokratie in Tunesien infolge derJasminrevolution des Jahres 2011.“
2016 Juan Manuel Santos Tunesien „für seine entschlossenen Anstrengungen, den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg Kolumbien zu beenden“