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Nobelpreis für Literatur

Der Nobelpreis für Literatur ist einer der weltweit wichtigsten Preise und geht auf das Testament des Schweden Alfred Nobel zurück. Der Stifter der fünf Nobelpreise verfügte in seinem Testament, dass der Preisträger für Literatur das Beste in idealistischer Richtung geschaffen haben soll. Die Auszeichnung wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, durch den schwedischen König vergeben.
Die  folgende Liste enthält alle Literatur-Nobelpreis-Träger in chronologischer Reihenfolge.

Nobelpreisträger Nationalität Details, Begründung für Preisvergabe
1901 Sully Prudhomme (1839–1907) Frankreich Schriftsteller und Dichter
1902 Theodor Mommsen (1817–1903) Deutsches Reich historische Darstellungen, Werk Römische Geschichte
1903 Bjørnstjerne Bjørnson (1832–1910) Norwegen Dichter
1904 Frédéric Mistral (1830–1914) Frankreich Dichtung, die Natur und Volksleben seiner Heimat widerspiegelt
1904 José Echegaray (1832–1916) Spanien Traditionen des spanischen Schauspiels
1905 Henryk Sienkiewicz (1846–1916) Kongresspolen Verdienste als epischer Schriftsteller
1906 Giosuè Carducci (1835–1907) Italien
1907 Rudyard Kipling (1865–1936) Großbritannien Schilderungskunst, die die Schöpfungen dieses weltberühmten Schriftstellers auszeichnen
1908 Rudolf Eucken (1846–1926) Deutsches Reich
1909 Selma Lagerlöf (1858–1940) Schweden Phantasiereichtums und seelenvolle Darstellung
1910 Paul Heyse (1830–1914) Deutsches Reich Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller und Dichter von weltberühmten Novellen
1911 Maurice Maeterlinck (1862–1949) Belgien poetischen Idealismus,  verschleierte Form des Märchenspiels
1912 Gerhart Hauptmann (1862–1946) Deutsches Reich Wirksamkeit auf dem Gebiete der dramatischen Dichtung, Vor Sonnenaufgang
1913 Rabindranath Tagore (1861–1941) Indien Kunstfertigkeit seiner poetische Ausdrucksform
1914 nicht verliehen
1915 Romain Rolland (1866–1944) Frankreich
1916 Karl Gjellerup (1857–1919) Dänemark
1917 Henrik Pontoppidan (1857–1943) Dänemark Darstellung des dänischen Lebens
1918 nicht verliehen
1919 Carl Spitteler (1845–1924) Schweiz Epos Olympischer Frühling (verliehen 1920)
1920 Knut Hamsun (1859–1952) Norwegen Segen der Erde
1921 Anatole France (1844–1924) Frankreich
1922 Jacinto Benavente (1866–1954) Spanien Tradition des spanischen Dramas
1923 William Butler Yeats (1865–1939) Irland
1924 Wladyslaw Reymont (1867–1925) Polen Nationalepos Die Bauern
1925 George Bernard Shaw (1856–1950) (verliehen 1926) Großbritannien von Idealismus als auch von Humanität getragene Verfasserschaft
1926 Grazia Deledda (1871–1936) Italien (verliehen 1927)
1927 Henri Bergson (1859–1941) Frankreich (verliehen 1928)
1928 Sigrid Undset (1882–1949) Norwegen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens
1929 Thomas Mann (1875–1955) Deutsches Reich vor allem für Roman Buddenbrooks
1930 Sinclair Lewis (1885–1951) USA Talent, mit Witz und Humor Typen zu schaffen
1931 Erik Axel Karlfeldt (1864–1931) Schweden Dichtung
1932 John Galsworthy (1867–1933) Großbritannien vornehme Schilderungskunst in The Forsyte Saga
1933 Iwan Bunin (1870–1953) Staatenlos, wohnhaft in Frankreich Prosadichtung
1934 Luigi Pirandello (1867–1936) Italien sinnreiche Neuschöpfung von Drama und Bühnenkunst
1935 nicht verliehen
1936 Eugene O’Neill (1888–1953) USA dramatische Dichtung
1937 Roger Martin du Gard (1881–1958) Frankreich Romanserie Les Thibault
1938 Pearl S. Buck (1892–1973) USA Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und biographische Meisterwerke
1939 Frans Eemil Sillanpää (1888–1964) Finnland Bauernleben und die Natur Finnlands
1940
– 1943
nicht verliehen Der Nobelpreis für Literatur wurde von 1940–1943 wegen des Zweiten Weltkriegs nicht vergeben.
1944 Johannes Vilhelm Jensen (1873–1950) Dänemark
1945 Gabriela Mistral (1889–1957) Chile
1946 Hermann Hesse (1877–1962) Schweiz (geboren inDeutschland) inspirierte Verfasserschaft, klassische Humanitätsideale
1947 André Gide (1869–1951) Frankreich
1948 Thomas Stearns Eliot (1888–1965) Großbritannien (geboren in den USA) Leistung als Bahnbrecher in der heutigen Poesie
1949 William Faulkner (1897–1962) USA Leistung in Amerikas Romanliteratur
1950 Bertrand Russell (1872–1970) Großbritannien Vorkämpfer der Humanität und Gedankenfreiheit
1951 Pär Lagerkvist (1891–1974) Schweden künstlerische Kraft und tiefe Selbständigkeit
1952 François Mauriac (1885–1970) Frankreich durchdringende Seelenkenntnis und künstlerische Kraft
1953 Winston Churchill (1874–1965) Großbritannien Meisterschaft in der historischen und biographischen Darstellung sowie für die glänzende Redekunst
1954 Ernest Hemingway (1899–1961) USA kraftvolle und stilbildende Meisterschaft,  Der alte Mann und das Meer
1955 Halldór Laxness (1902–1998) Island isländische Erzählkunst
1956 Juan Ramón Jiménez (1881–1958) Spanien lyrische Dichtung
1957 Albert Camus (1913–1960) Frankreich (geboren Algerien) scharfsichtiger Ernst menschlicher Gewissensprobleme
1958 Boris Pasternak (1890–1960) UdSSR russische Erzähltradition (nicht angenommen)
1959 Salvatore Quasimodo (1901–1968) Italien
1960 Saint-John Perse (1887–1975) Frankreich (geboren auf Guadeloupe)
1961 Ivo Andric (1892–1975) Jugoslawien (geboren in Bosnien) Motive und Schicksale aus der Geschichte Jugoslaviens
1962 John Steinbeck (1902–1968) USA phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn
1963 Giorgos Seferis (1900–1971) Griechenland (geboren in der Türkei) Dichtung, inspiriert von tiefem Gefühl für die hellenische Kulturwelt
1964 Jean-Paul Sartre (1905–1980) Frankreich freiheitlicher Geist und Suche nach Wahrheit (nicht angenommen)
1965 Michail Scholochow (1905–1984) UdSSR Don-Epos, russisches Volksleben
1966 Samuel Agnon (1888–1970) Israel Erzählkunst mit Motiven aus dem jüdischen Volk
1966 Nelly Sachs (1891–1970) Schweden (geboren im Deutschen Reich) lyrischen und dramatischn Werke, Schicksal Israels
1967 Miguel Ángel Asturias (1899–1974) Guatemala in volkstümlicher Eigenart und indianischen Traditionen verwurzelte farbenreiche Dichtung
1968 Yasunari Kawabata (1899–1972) Japan japanisches Wesen und dessen Eigenart
1969 Samuel Beckett (1906–1989) Irland Aufrichtung des Menschen aus seiner Verlassenheit
1970 Alexander Solschenizyn (1918–2008) UdSSR Tradition der russischen Literatur weitergeführt
1971 Pablo Neruda (1904–1973) Chile Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht
1972 Heinrich Böll (1917–1985) Deutschland Die verlorene Ehre der Katharina Blum, wie Gewalt entstehen kann und wohin sie führt
1973 Patrick White (1912–1990) Australien (geboren in GB) epische und psychologische Erzählkunst, durch die der Literatur ein neuer Erdteil zugeführt wurde
1974 Eyvind Johnson (1900–1976) Schweden
1974 Harry Martinson (1904–1978) Schweden
1975 Eugenio Montale (1896–1981) Italien künstlerische Feinfühligkeit menschlicher Werte als Ausdruck einer illusionsfreien Lebensanschauung
1976 Saul Bellow (1915–2005) USA (geboren in Kanada)
1977 Vicente Aleixandre (1898–1984) Spanien Erneuerung der traditionellen spanischen Poesie zwischen den Kriegen
1978 Isaac Bashevis Singer (1902–1991) USA (geboren in Polen) Erzählkunst, mit Wurzeln in der polnisch-jüdischen Kulturtradition
1979 Odysseas Elytis (1911–1996) Griechenland
1980 Czeslaw Milosz (1911–2004) Polen und USA
1981 Elias Canetti (1905–1994) Großbritannien (geboren in Bulgarien) Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft
1982 Gabriel García Márquez (1927-2014) Kolumbien Romane und Erzählungen, in denen sich das Phantastische und das Realistische in einer vielfacettierten Welt der Dichtung vereinen
1983 William Golding (1911–1993) Großbritannien
1984 Jaroslav Seifert (1901–1986) Tschechoslowakei
1985 Claude Simon (1913–2005) Frankreich Schaffen eines Dichters und Malers mit vertieftem Zeitbewußtsein
1986 Wole Soyinka (* 1934) Nigeria Drama des menschlichen Seins
1987 Joseph Brodsky (1940–1996) USA (geboren in der UdSSR)
1988 Nagib Mahfuz (1911–2006) Ägypten Wegbereiter neuer ägyptischer Erzählkunst
1989 Camilo José Cela (1916–2002) Spanien reiche und eindringliche Prosakunst
1990 Octavio Paz (1914–1998) Mexiko Würdigung seiner leidenschaftlichen Dichtung mit weiten Horizonten, geprägt von sinnlicher Intelligenz und humanistischer Integrität
1991 Nadine Gordimer (1923-2014) Südafrika
1992 Derek Walcott (* 1930) St. Lucia
1993 Toni Morrison (* 1931) USA Darstellung einer wichtigen Seite der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz
1994 Kenzaburo Oe (* 1935) Japan
1995 Seamus Heaney (1939-2013) Irland lyrischen Schönheit und ethischen Tiefe seines Gesamtwerks
1996 Wislawa Szymborska (1923-2012) Polen
1997 Dario Fo (* 1926) Italien der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet
1998 José Saramago (1922-2010) Portugal der mit Gleichnissen, getragen von Phantasie, Mitgefühl und Ironie, ständig aufs Neue eine entfliehende Wirklichkeit greifbar macht
1999 Günter Grass (1927-2015) Deutschland (geboren in Danzig) weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat, Die Blechtrommel
2000 Gao Xingjian (* 1940) Frankreich (geboren in China) Werk von universaler Güte, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum
2001 V. S. Naipaul (* 1932) Großbritannien (geboren auf Trinidad) hellhöriges Erzählen und unbestechliches Beobachten
2002 Imre Kertész (* 1929) Ungarn zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte
2003 J. M. Coetzee (* 1940) Südafrika
2004 Elfriede Jelinek (* 1946) Österreich Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees
2005 Harold Pinter (1930–2008) Großbritannien
2006 Orhan Pamuk (* 1952) Türkei Seele seiner Heimatstadt Istanbul
2007 Doris Lessing (1919-2013) Großbritannien (geboren im Iran) Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation
2008 Jean-Marie Gustave Le Clézio (* 1940) Frankreich / Mauritius Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation
2009 Herta Müller (* 1953) Deutschland (geboren in Rumänien) die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet, Atemschaukel
2010 Mario Vargas Llosa (* 1936) Peru / Spanien Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands
2011 Tomas Tranströmer (* 1931) Schweden
2012 Mo Yan (* 1955) China weil er mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint
2013 Alice Munro (* 1931) Kanada Virtuosin der zeitgenössischen Kurzgeschichte
2014 Patrick Modiano (* 1945) Frankreich Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt der Besatzungszeit durchschaubar gemacht hat
2015 Swetlana Alexijewitsch (* 1948) Weißrussland vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt
2016 Bob Dylan (* 1941) USA Ausdrucksformen innerhalb der großen amerikanischen Song-Tradition