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Ehemalige römischen Siedlungen, aus denen Deutsche Städte hervorgingen

Ehemalige römischen Siedlungen, aus denen Deutsche Städte hervorgegangen sind.

Nachdem römische Truppen unter Gaius Iulius Caesar während des Gallischen Krieges 55 v. Chr. bis an den Rhein vorgedrungen waren, unternahmen zunächst Marcus Vipsanius Agrippa sowie später Drusus und Tiberius die Sicherung des linken Rheinufers. Mit den Feldzügen in der Zeit des Kaisers Augustus ab 13/12 v. Chr. gelangten die linksrheinischen Gebiete unter römische Kontrolle. Im Zuge der Sicherung der linksrheinischen Gebiete wurden von den Römern Militärlager angelegt, aus denen im Laufe der Zeit Städte hervorgingen. Zu diesen Orten zählen u.a.:

  • Andernach (Antunnacum)
  • Augsburg (Augusta Vindelicorum)
  • Bonn (Bonna)
  • Kempten (Allgäu) (Polis Kambodounon)
  • Koblenz (Confluentes)
  • Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium)
  • Mainz (Mogontiacum)
  • Neuss (Novaesium)
  • Speyer (Noviomagus)
  • Trier (Augusta Treverorum)
  • Worms (Civitas Vangionum)
  • Xanten (Colonia Ulpia Traiana).

 

Mainz/Mogontiacum
Hauptstadt der Provinz Obergermaniens (in der Spätantike Germania II)
Mainz blieb Bischofssitz, und unter den fränkischen Merowingern entwickelte sich rund um den heutigen Domplatz ein neues kirchliches Machtzentrum.
Außerdem erhielt Mainz eine merowingische Münzprägestätte.
Die römische Stadtmauer ist neben einigen möglicherweise noch existierenden Kirchen das wahrscheinlich einzige römische Bauwerk.

Boppard/Bodobrica
Die Stadt liegt ungefär 20km von Koblenz entfernt flussaufwärts am linken Rheinufer.

Köln/Colonia Claudia Ara Agrippinensium

Die Hauptstadt der ehemaligen röm. Provinz Niedergermanien soll in ihrer Blütezeit etwa 40000 Einwohner gezählt haben. Die Stadtmauern umschlossen ein Viereck von etwa 90 ha, ferner besaß die Stadt ab dem 4. Jh. eine Rheinbrücke und einen Brückenkopf am rechten Rheinufer.

Xanthen/Colonia Ulpia Traiana
Xanthen am Niederrhein ist ein Beispiel für eine Unterbrechung der dauerhaften Besiedlung, denn Anfang des 5. Jh. wurde die Colonia von der romanischen Bevölkerung verlassen.

Regensburg/Castra Regina
Regensburg war in antiker Zeit ein Legionslager mit einer benachbarten Zivilsiedlung. In der Spätantike schrumpfte die Lagerbesatzung, so daß die Zivilbevölkerung ebenfalls in den sicheren Mauern Platz fand. Es entstand eine befestigte Siedlung, und die ungeschützte Zivilsiedlung außerhalb des Lagers ging unter. Das bedeutet, daß das mittelalterliche Regensburg nicht aus der Zivilsiedlung, sondern dem Legionslager hervorging.

Wien/Vindobona
Die römische Stadtgründung, das Municipium beim römischen Legionslager ging unter. Das mittelalterliche Wien ging aus einem karolingischen Handelsplatz aus, der sich innerhalb des alten Legionslagers gebildet hatte. Ferner hat es noch zwei andere Siedlungskerne gegeben, die sich jeweils um eine Kirche herum entwickelten und erst im 11 Jh. verschmolzen.

Bonn/Bonnae
Auch hier kam es offenbar zu einer topographischen Verschiebung der Siedlung.
Obwohl die fränkische Bevölkerung der Gegend im noch immer als „Castrum Bonnense“ bezeichneten ehemaligen römischen Militärlager eine Taufkirche errichtete, wurde das südlich davon liegende antike Gräberfeld, das noch aus heidnischer Zeit stammt und später von Christen weiterbenutzt wurde, zum Ausgangspunkt für das mittelalterliche Bonnae. Im Rahmen der Verehrung der Märthyrer Cassius und Florentus entstanden bis ins Jahr 800 drei Kirchen, um die sich der neue Siedlungskern bildete.
Aus einer der Kirchen, der St. Cassius Stiftskirche, ging später das Bonner Münster hervor.

Altrip/Alta ripa
Die Gründung des römischen Alta ripa (=hohes Ufer), datiert in die Festungsbauperiode Kaiser Valentinians I am Rhein. Im Jahr 369 wurde es erstmals urkundlich erwähnt und bei dem Germanensturm 406/407 durch Brand zerstört.
Alta ripa ist zwar nie eine Stadt gewesen und ist es auch heute nicht (verbandsfreie Gemeinde mit ca 8000 Einwohnern), aber die Siedlung ist aus einem anderen Grund sehr interessant:
Name „Altrip“ mit dem römischen „Alta ripa“ fast identisch.

alles andere als friedlich: Römer, Burgunder, Hunnen, Alemanen und schließlich Franken wechseln sich ab, die Machtverhältnisse sind nicht immer klar erkennbar. Möglicherweise überdauerte der Ortsname daher im Gedächtnis der auf rechtsrheinischem Gebiet lebenden Alemannen.
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